Diabetes mellitus mit relativem Insulinmangel durch Insulinresistenz u. gestörte Insulinsekretion
Ursachen
- Verminderte Insulinwirkung (Insulinresistenz) an Leber-, Muskel- u. Fettzellen
- Gestörte Insulinsekretion bis zur Erschöpfung der Insulinproduktion (Sekundärversagen)
- Begünstigt durch Übergewicht, Bewegungsmangel, Stress, bestimmte Arzneimittel,
Symptome
- Langsamer Beginn über Mon. bis Jahre
- Rezid. Harnwegs- u. Hautinfektionen (Jucken, Mykosen), Sehstörungen, allg. Schwäche, Leistungsabfall
- Meist Teil des metabolischen Syndroms: stammbetonte Adipositas, Blutfettspiegel ↑, Hypertonie, gestörte Glukosetoleranz, Hyperurikämie
- Später Diabetessymptome: Polyurie, Gewichtsabnahme, Durst
- Bei Diagnose oft schon Spätfolgen:
– Makroangiopathie: pAVK, KHK, apoplektischer Insult, Myokardinfarkt
– Mikroangiopathie: Nierenschaden, Retinopathie, Neuropathie (z. B. Sensibilitätsstörungen, Herzrhythmusstörungen, Darm-, Blasenentleerungsstörungen, Ulzera, Potenzstörungen)
– Diabetisches Fußsyndrom
– Verminderte Immunabwehr
– Hypertriglyzeridämie mit Fettleber
Diagnostik
- In 30–70 % aller Fälle Zufallsbefund
- Anamnese, körperl. Untersuchung
- Diagnosekriterien nach ADA u. WHO:
– Symptomatik u. 1 Gelegenheits-BZ (unabhängig von Nahrungsaufnahme u.
Tageszeit) ≥ 200 mg/dl (11,1 mmol/l)
– Wiederholte Nüchternplasmaglukose (8-Std.-Nahrungskarenz) ≥ 126 mg/dl (7,0 mmol/l) o. oraler Glukosetoleranztest (oGTT) > 200 mg/dl - Glukose im Urin
- Bestimmung der Glykohämoglobine (HbA1 bzw. HbA1C) zeigen mittleren BZ-Spiegel
der letzten 6–8 Wo., v. a. für Therapieverlauf relevant
Therapie
- Ziele: › Diabetes mellitus Typ 1
- Lifestyletherapie u. Vorbeugung vor Langzeitschäden individuell einstellen
- Therapie nach Stufenschema:
– Stufe 1: Schulung, Veränderung des Lebensstils, Gewichtsreduktion (Ernährung u. Bewegung)
– Stufe 2: Orales Antidiabetikum (OAD)
– Stufe 3: Mehrere Antidiabetika
– Stufe 4: Insulin + OAD: Dosiseinsparung, oft nur 1 Insulininjektion pro Tag erforderl.
– Stufe 5: Intensivierte o. konventionelle Insulintherapie
Hinweise zur Pflege
- Wirkungsweise, Abstand zur Nahrungsaufnahme, NW der oralen Antidiabetika
beachten - Bewegung intensivieren, häufig ist Gewichtsabnahme notwendig
- Tgl. sorgfältige Fußinspektion, keine engen Socken o. drückenden Schuhe, atmungsaktive Socken und Schuhe, Verletzungen vermeiden (z. B. nicht barfuß gehen), auch kleinste Verletzungen behandeln, Diabetikerschuhe o. Spezialschuhe bei Fußveränderungen, regelm. eine Fußambulanz aufsuchen, bei „Problemfüßen“ Fuß- und Nagelpflege durch einen Podologen
- Angehörige in die Patientenschulung einbeziehen:
– Selbstkontrolle: BZ-Wert (mind. 4 × tgl.), Ketonkörper im Urin
– Umgang mit Insulin, Insulinarten und Wirkbeginn, Injektionstechniktechnik, Spritz Ess-Abstand, Injektionsorte
– Ernährung: i. d. R. hohe Flexibilität bzgl. Nahrungsmittel und Häufigkeit bei einer
Intensivierten konventionellen Insulintherapie und Insulinpumpentherapie
– Diabetes und Bewegung
– Diabetes und Hobbys
– Verhalten in Sondersituationen, z. B. Sport, Infektionskrankheiten
– Vermeiden/Erkennen von Hypoglykämien - Folgeerkrankungen u. Spätkomplikationen durch Mikro- und Makroangiopathie und deren Prävention, z. B. sorgfältige Fußpflege, AugenärztIn-Termine
Besondere Informationen
- In Deutschland: > 95 % aller Diabetiker Typ- 2-Diabetiker
- Hauptmanifestationsfaktoren: Übergewicht, Bewegungsmangel
- Akute Komplikationen:
– Hypoglykämien
– Hyperglykämien
– Diabetisches Koma

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