Durch Borrelia burgdorferi (Schraubenbakterien) verursachte Infektionskrankheit, die alle Organe sowie das Haut-, Nerven- u. Gelenksystem betreffen kann; syn. Lyme Krankheit
Ursachen
- Bakterielle Infektion mit Borrelia burgdorferi
- Übertragung durch Biss einer mit Borrelien infizierten Zecke, in Mitteleuropa v. a. durch den gemeinen Holzbock (Ixodes ricinus)
Symptome
- Komplexer Krankheitsverlauf, Unterteilung in 3 Stadien:
– 1. Stadium (Lokalinfektion) 1–6 Wochen: grippeähnl. Beschwerden u. schmerzlose
Hautrötung, breitet sich ringförmig um Zeckenbiss aus (Erythema migrans),
blasst zur Mitte hin ab
– 2. Stadium (Ausbreitung des Erregers) bis 6 Monate: Entzündungen eines o. mehrerer Gelenke (Lyme-Arthritis), Myokarditis, Meningoradikulitis Bannwarth mit Entzündung der Hirnhäute u. der Nervenwurzeln am Rückenmark, brennende Schmerzen, häufig auch einseitige Gesichtslähmung
– 3. Stadium (chron. Infektion nach 6 Mon. bis Jahren): entzündl. atrophisch veränderte Haut (häufig an Streckseiten der Extremitäten), chron. Gelenkentzündungen, selten chron. Neuroborreliose mit Entzündung von Gehirn u. Rückenmark, Polyneuropathie - Häufig atypische Verläufe, nur in wenigen Fällen wird jedes Stadium durchlaufen
Diagnostik
- Anamnese, klin. Bild (v. a. im Frühstadium): Zeckenbiss? Erythema migrans?
- Blut, Liquor o. Gelenkpunktat: AK-Nachweis gegen Borrelien (v. a. im Frühstadium nicht ausreichend zuverlässig)
Therapie
- Antibiotische Therapie je nach Stadium, z. B. mit Doxycyclin o. Ceftriaxon
Hinweise zur Pflege
- Prävention von Zeckenbissen und sorgfältige Kontrolle nach Aufenthalt in der Natur
- Zecke möglichst rasch mit Pinzette o. Zeckenzange entfernen, kein Öl o. Klebstoff verwenden (verstärkt den Ausstoß des erregerhaltigen Darminhaltes der Zecke), nach Entfernung: Desinfektion
- In Endemiegebieten: Postexpositionsprophylaxe mit einmaliger Gabe von Doxycyclin erwägen
- Einstichstelle für etwa 4 Wochen beobachten, bei typischer Hautrötung ÄrztIn aufsuchen
Besondere Informationen
- Inkubationszeit: 12–36 Std.
- Komplikationen:
– Lähmung der Atemmuskulatur
– Herzstillstand - Prognose: mit Einführung des Antitoxins Senkung der Sterblichkeitsrate von 90 % auf 10–15 %
- Lähmungserscheinungen der Muskulatur bilden sich nur langsam über Mon. zurück
- Prophylaxe: aufgetriebene Konservendosen nicht öffnen u. verzehren; Botulinumtoxin wird durch Kochen zerstört
- Verzicht auf Honig oder Ahornsirup in jeglicher Form für Säuglinge < 12 Mon.
- Meldepflichtig nach dem IfSG bei Verdacht, Krankheit, Tod

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