Angina pectoris

Anfallsartig auftretendes schmerzhaftes Engegefühl im Brustkorb als Leitsymptom einer Minderversorgung des Herzmuskels mit O2; syn. Brustenge

Ursachen

  • Missverhältnis im Myokard von O2-Angebot u. -Bedarf durch:
    – Durchblutungsstörung der Herzkranzgefäße bei bestehender koronarer Herzkrankheit (KHK)
    – Koronarspasmen
  • Oft ausgelöst durch: körperl./psychische Belastung, Kälte, reichhaltige Nahrungsaufnahme (abdominelle Blutumverteilung), Blutdruckspitzen

Symptome

  • Anfallsartig auftretende, meist wenige Min. anhaltende Schmerzen im Brustkorb mit mögl. Ausstrahlung in andere Körperregionen: Arm (meist links), Schulter, Hals, Unterkiefer o. Oberbauch
  • Vernichtendes Enge- o. Druckgefühl im Brustkorb, Atemnot
  • Unterschiedl. Verlaufsformen:
    – Stabile Angina pectoris: Schmerzcharakter u. -intensität über Mon. u. Jahre gleichbleibend (stabil) → Besserung durch Ruhe u. Glyzeroltrinitratgabe
    – Instabile Angina pectoris: Beschwerden treten mit zunehmender Häufigkeit u. Intensität schon in Ruhe o. bei geringer Belastung auf → spricht nicht o. nur verzögert auf nitrathaltige Medikamente an
    → Gefahr eines Myokardinfarkts

Diagnostik

  • Anamnese, klin. Untersuchung, Labor
  • Ruhe-EKG, Belastungs-EKG, Stress-Echo, Myokardszintigrafie, Linksherzkatheter, CT, MRT
  • Ausschluss eines akuten Myokardinfarkts bei schwerem Angina-pectoris-Anfall

Therapie

Erstmaßnahmen bei Angina-pectoris-Anfall

  • ÄrztIn verständigen, Pat. beruhigen, Sicherheit vermitteln
  • Pat. ins Bett bringen, mit erhöhtem Oberkörper o. in Herzbettlagerung
  • O2-Gabe nach AO
  • Vitalzeichenkontrolle: bei systolisch RR ≥ 100 mmHg medikamentöse Herzentlastung durch 2 Hübe Glyzeroltrinitrat nach AO → Wirkungseintritt innerhalb weniger Min.
  • EKG schreiben nach AO
  • Bis zum Beweis des Gegenteils ist eine neuaufgetretene, sich stark verschlimmernde oder mit der Hausmedikation nicht behandelbare Angina pectoris als akutes Koronarsyndrom (ACS) zu werten: Die Behandlung erfolgt analog zum Myokardinfarkt
  • Auf möglichen Herz-Kreislaufstillstand vorbereitet sein
  • Langzeitbehandlung › Koronare Herzkrankheit

Hinweise zur Pflege

Bei Angina-pectoris-Anfall Erstmaßnahmen rasch einleiten, Pat. nicht alleine lassen

  • Zunächst engmaschige Vitalzeichenkontrolle u. Bettruhe (Mobilisation nach AO)
  • Weitere Maßnahmen s. › Koronare Herzkrankheit

Besondere Informationen

  • Unspezifische Symptome wie Übelkeit, Schwindel, Atemnot, starke Unruhe,
    Schmerzen im Epigastrium bei bestimmten Pat.-Gruppen möglich: Frauen, Diabetiker, Lebensalter >75 Jahre, Z. n. Herz-Operation/ Transplantation
  • Einteilung folgt CCS-Klassifikation in 4 Schweregrade:
    – Grad I: keine Angina bei normaler Belastung, Angina bei sehr hoher o. andauernder Anstrengung
    – Grad II: geringe Beeinträchtigung bei normaler Aktivität
    – Grad III: deutl. Beeinträchtigung bei tgl. Aktivitäten
    – Grad IV: Angina bei geringster körperl. Belastung o. in Ruhe

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