Autorin: Lara S.
Ich habe 2026 den Medizinischen Aufnahmetest in Österreich, genauer gesagt in Wien in der Messehalle, mitgeschrieben. Ebenso habe ich mittlerweile eine MedAT Community auf meinem TikTok @lara.carbonara und ich habe alles Wichtige zusammengefasst:
Informationen zu mir
Seit einigen Jahren habe ich den Wunsch, Medizin zu studieren, weshalb ich öfter mal teilgenommen habe, aber mit Vorbereitung war es dieses Jahr mein zweiter Antritt. Ich habe parallel das Biologie Studium in Wien begonnen und hatte dieses Jahr Anfang März eine Anatomieprüfung. Kurz darauf begann ich mit meiner intensiven Vorbereitung für den MedAT.
Dieses Jahr habe ich eine Woche davor meine letzte Testsimulation gemacht, 5 Tage davor die letzte GUM-Aufgaben und ein Tag davor habe ich einfach nur meine innere Ruhe gefunden. Hin und wieder gab es trotzdem mal Momente, wo man etwas weniger produktiv war, und solche Phasen sind komplett normal und ebenso notwendig. 🙂
Ablauf Testtag
Solltest du noch nie teilgenommen haben, wirst du unterschätzen, wie psychisch herausfordernd der Tag ist. Alles ist so organisiert, dass es sogar für „Nicht-Medizin-Interessierte“ herausfordernd ist. Der Eintritt ist gestaffelt und bis zum Testbeginn vergeht meist eine Stunde, wo man Security Checks und andere Kontrollen abwarten muss. In der Testhalle hocken Tausende, die denselben Traum haben und es wird auf fast 15 Grad heruntergekühlt. Toilettenpausen gibt es die meiste Zeit nur in der Bearbeitungszeit. Die Taschen müssen durchsichtig sein, auch die Jausenboxen. Man muss überall durchsehen können. Es gibt nur Einzeltische, wo man mehr als genug Platz hat. 2 Stifte der MedUni Wien und eine Wasserflasche sind bereits auf dem Tisch und gehören euch.
Es ist völlig normal, auch Tage davor, aber auch am Testtag aufgeregt zu sein, und das auch körperlich zu spüren. Dazu aber ein anderes Mal.
BMS
Biologie war sehr oberflächlich gefragt und man hatte mehr als genug Zeit.
Beispielfragen/Themen:
- Wo befindet sich das Corti Organ?
- Wann bildet sich der Thymus zurück?
- Aus welchen Zellen entstehen Antikörper?
- Was ist das Brustbein für ein Knochen?
- Erbgänge: Was bedeutet x-chromosomal rezessiv?
- Wo findet man Faserknorpel?
- Definition Abnahme Muskelgewebe (Atrophie), Vulva, Gallenblase Funktion etc.
Ihr merkt: sehr oberflächlich. Unten auf der Seite ein Link zu inoffiziellen Altfragen von 2026.
Chemie war für viele sehr verwirrend und einige hatten einige Schwierigkeiten. Es wurde nach Details gefragt, aber die Fragen waren nicht mit klassischen Beispielen, was daraus schließen lässt: Man musste die Themen wirklich checken und nicht nur auswendig können.
Beispielfragen/Themen:
- freie Enthalpie in einem Diagramm erkennen und Schlüsse daraus ziehen (exotherm, endotherm, exergon, endergon, etc.)
- Elemente im und Aussagen über PSE zuordnen
- Kühlmittel
- Disaccharide
- Redox.
Physik: Viele Definitionen waren gefragt und nur eine einzige Rechenaufgabe zu Dioptrien (musste man von m => cm umrechnen). Definition über Interferenz, Superpositionswellen, Wärme vs. Temperatur und was die rücktreibende Kraft bei einem Fadenpendel ist. Ebenso musste man aus Reaktionsgleichungen erkennen, wo die Entropie nicht steigt. Wenn man einen kleinen Überblick hatte, waren mindestens 12/18 Punkte möglich.
Mathematik: In Mathe hatten sehr viele Probleme, also wurde es allgemein als sehr schwer empfunden. Man musste öfter umrechnen in verschiedenen Einheiten, und mit unterschiedlichen Präfixen rechnen. Auch leichtere Aufgaben wie rechter Winkel bei Vektoren und ihre Länge erkennen, 45 Grad in Pi und log Funktion erkennen waren auch dabei.
Textverständnis
Beim MedAT werden mittlerweile 5 Texte mit jeweils 2 – 3 Fragen geprüft. Die Texte werden jedes Jahr etwas länger, wobei einer immer nur wenig Inhalt hat. Man kann sich das ca. so vorstellen, dass dieser Text viele Informationen über den Autor oder eine sehr lange Einleitung hat. Somit kann man sich hier viel Zeit sparen, wenn man das überfliegt. Hier scheinen wenige Probleme zu haben, wenn man das fleißig in der Vorbereitung geübt hat und die Zusammenhänge schnell versteht.
Themen waren:
- Pankreaskarzinom und Tumore
- Lachgas
- Gähnen
- Mikroplastik und der niedrige Wasserstand der Ostsee.
Die Mittagspause verbringen alle in Wien in der Messehalle, wobei der Hof zur Verfügung gestellt wird.
Kognitive Fähigkeiten und Fertigkeiten:
Figuren zusammensetzen: Pure Katastrophe! Erstmals waren verschiedene Dreiecke und Rauten zu erkennen, es gab viele Kreisfiguren und wenige verschiedene Eckfiguren. Erstmals wurde ein Pfeil als Antwortmöglichkeit gegeben. Laut der Community gab es viele Fünfecke und Viertelkreise.
Zahlenfolgen: Für mich persönlich war es anfangs zwar sehr verwirrend auf die Sprünge zu kommen, aber ich habe mich schnell eingefunden. Normalerweise habe ich wenig Schwierigkeiten bei den Zahlenfolgen, aber auch ich musste anfangs zögern. Leider hatten nicht viele das Glück.
Wortflüssigkeit: Auch wenn man sich intensiv darauf vorbereitet hat, fiel es vielen schwer die Wörter zu erraten. Wörter wie Eidbruch, Ziehvater, Kalium, Turbulenz waren dieses Jahr dabei. 3 Wörter weniger als 7 Buchstaben, die meisten hatten 8-10 Buchstaben. Wenn man aber klassischen Statistiken folgt, kann man mit etwas Glück die Anfangsbuchstaben erraten.
Gedächtnis und Merkfähigkeit: Viele hatten im Sommer Geburtstag. Persönlich habe ich wenig Probleme bei Gedächtnis und Merkfähigkeit, aber das Problem lag dieses Jahr eindeutig beim Stressmanagement. Viele waren von den Wörtern verunsichert und berichteten von einem „Blackout“ beim Beantworten der Fragen.
Implikationen erkennen: Mit den bekannten Schemata leicht zu lösen, und oft war „einige x sind y“ anzukreuzen.
Sozial-emotionale Kompetenzen:
Emotionen regulieren: Dieses Jahr gab es innerhalb einer Aufgabe erstmals keine unterschiedlichen Antwortmöglichkeiten, sondern oft „Ich mache mir klar,..:“ mit verschiedenen Gründen.
Zum Beispiel:
Ich mache mir klar, es ist kein Weltuntergang. Ich mache mir klar, mein Freund liebt mich. Ich mache mir klar, dass ich besser werden muss. Und von diesen Antwortmöglichkeiten ist immer eine richtig.
Letztes Jahr war es etwas offensichtlicher. Dieses Jahr musste man sich wirklich in die Situation hineinversetzen und die Angabe genau lesen.
Emotionen erkennen: Das ist jedes Jahr der schwerste Untertest, da man zu einer Situationsbeschreibung fünf Emotionen richtig zuteilen muss, ob sie wahrscheinlich auftreten oder nicht. Ist eine Emotion falsch eingeteilt oder ein Kreuzchen gar nicht oder doppelt im Antwortblatt ankreuzt, bekommt man für die ganze Aufgabe automatisch null Punkte.
Soziales Entscheiden: Diese Aufgabengruppe war dieses Jahr mit der klassischen Kohlberg’schen-Theorie der Moralentwicklung mit den sechs Stufen leicht zu lösen, wobei eine Aufgabe dem Modell etwas entwich.
Fazit
Im Großen und Ganzen kann man sagen, dass der Medizinische Aufnahmetest in Österreich dieses Jahr trotzdem von vielen TeilnehmerInnen als schwieriger eingestuft wurde, da gewisse Untertests sich im Schwierigkeitsgrad abwechselten und somit für Verwirrung sorgten. Dieses Jahr hat der Test wieder bewiesen, dass der Tag nur eine Momentaufnahme ist und Stressmanagement eine wichtige Rolle spielt. Es ist wichtig, nach jedem Untertest abzuschalten und seine schlechten Ergebnisse einfach stehen und liegen zu lassen, da man nach dem Test sowieso mitbekommt, dass es sehr vielen so ging.
2025 fanden es viele Teilnehmerinnen leicht, und die Quote war in Wien bei ca. 78,5%.
2024 war der Test wieder sehr schwer und die Quote war bei circa 73%.
2026 wird sich die Quote demnach in diesem Bereich befinden.
Die Altfragen von 2026 und den letzten Jahren findet ihr hier.
Jetzt heißt es für uns alle abschalten und Sommer genießen bis Anfang August die Ergebnisse verteilt werden!
Ich wünsche allen MedATlerInnen einen erholsamen Sommer und drücke allen die Daumen!
Für Fragen stehe ich euch gerne auf Instagram und TikTok zur Verfügung.
IG: @lara._.stern
TikTok: @lara.carbonara

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