Die Geschichte von Florence Nightingale

,

Ein wichtiger Name

Florence Nightingale: der Name ist eng mit der Krankenpflege verbunden

„Wenn ich nicht einmal mehr eine Erinnerung bin, sondern nur noch ein Name, vertraue ich darauf, dass meine Stimme mein großartiges Lebenswerk weiterführen kann.“

Florence Nightingale

Herkunft und frühe Jahre

Florence Nightingales größte Errungenschaft war es, die Krankenpflege zu einem respektablen Beruf für Frauen zu machen und gründete 1860 die erste Pflegeschule für Krankenschwestern: die Nightingale School of Nursing am St. Thomas Hospital in London. Durch ihr Engagement steht Florence Nightingale wie keine andere für die Schaffung und Entwicklung der Krankenpflege, wie wir sie heute kennen.

Florence entstammte einer (eher der Oberschicht zugehörigen) Familie des viktorianischen Englands und kam am 12. Mai 1820 in der italienischen Stadt Florenz (daher ihr Name) zur Welt und reiste in den ersten Jahren ihres Lebens durch Europa.

Der innere Ruf zur Pflege

Sie erhielt eine breit gefächerte und vielfältige Ausbildung. Ab ihrem 17. Lebensjahr folgte sie allerdings ihrem „Ruf“ (so wie sie es nannte), denn sie war überzeugt, dass sie ihr Leben dem Dienst an der Allgemeinheit und der Fürsorge für die Bedürftigsten widmen wollte.

Es dauerte noch einige Jahre, bis sie sich in Richtung Krankenpflege orientiert hatte. Aber sobald ihre Entscheidung gefallen war, konnte sie nichts mehr aufhalten – weder familiäre Widerstände noch zahlreiche Hindernisse.

Denn zum einen war Florence Nightingale eine Frau mit ganz untypischen Sorgen, in einer Gesellschaft und als Teil einer sozialen Schicht, in der von jungen Frauen eigentlich erwartet wurde, dass sie „eine gute Partie machen“ – zum anderen auch wegen des schlechten Rufes, in dem die Arbeit in der Krankenpflege damals stand.

Der Krimkireg als Wendepunkt

Nachdem sie nach Europa gereist und mit verschiedenen Krankenhäusern und Diakonien in Kontakt gekommen war, kam im Oktober 1853 ihre große Gelegenheit. Inmitten des Konflikts, als der Krimkrieg ausbrach und das Osmanische Reich, Frankreich und England Krieg gegen Russland führten, war die Veröffentlichung eines äußerst kritischen Artikels in der Zeitung The Times, der die schlechten Bedingungen der medizinischen Einrichtungen der Briten aufzeigte, ein Skandal enormen Ausmaßes.

Um dem entgegen zu wirken, hatte Sir Sidney Herbert, Kriegsminister und ein Bekannter von Florence, die Idee, die junge Frau in das Konfliktgebiet zu schicken, damit sie zusammen mit 38 weiteren Krankenschwestern das Krankenhaus in Scutari, einer Stadt in der Nähe Istanbuls (Türkei), leiten könnte. Dort sollten sie Ordnung schaffen, sowie den Betrieb und die Pflege neu organisieren.

Rückkehr, Rum und Vermächtnis

Als sie nach London zurückkehrte, eilte ihr der Ruhm voraus. Ein Umstand, den sie nutzte, um sich die notwendige Unterstützung zu suchen und alle Ideen in Gang zu setzen, die ihre Vorstellung davon wie der Pflegeberuf sein sollte, definieren sollten. Ihre Doktrin, ihre Ansätze, der Einfluss ihrer Arbeit auf die aktuelle Pflegepraxis und die Gültigkeit ihres Vermächtnisses rechtfertigen es zweifellos, Florence Nightingale als „die Schöpferin der Krankenpflege“ zu betrachten.

Trivia

  • Sie wurde nach der italienischen Stadt Florenz benannt, wo sie am 12. Mai 1820 zur Welt kam.
  • In Scutari bewies sich Nightingale nicht nur als großartige Krankenschwester, sondern auch als innovative Fachkraft und ausgezeichnete Managerin.
  • Innerhalb von zwei Wochen gelang es den Pflegenden in Scutari eine Küche für eine Kapazität von 800 Mahlzeiten einzurichten, sowie eine Wäscherei, in der die Kleidung der Patienten desinfiziert wurde.
  • Mit ihrer Zusage zur Mission in Scutari wurde Florence Nightingale als erste Frau in der Geschichte zur „britischen Offizierin“ ernannt.
  • Nach der Rückkehr aus Scutari wurde Florence auch zur Patientin. Im Ausland hatte sie sich eine chronische Krankheit zugezogen, die sie 32 Jahre lang bis zu ihrem Tod begleitete.
  • Eine Zeit lang wurde ihr geschwächter Zustand den Folgen ihrer Arbeit auf der Krim zugeschrieben. Doch heute wissen wir, dass es sich um eine chronische Brucellose handelte.

Die Dame mit der Lampe

Florence Nightingale war stets ein Vorbild für ihre Krankenschwestern

In Scutari (Italien) bestand Nightingale gegenüber ihren Krankenschwestern darauf, dass die Patienten stets rund um die Uhr beobachtet werden müssten. Daher ging sie jede Nacht ihre Runde durch die verschiedenen Säle, in denen Verletzte untergebracht waren. Dafür benutzte sie eine Lampe oder ein Öllicht, um den Genesungsschlaf der Patienten nicht zu stören und um genügend zu sehen.

Dieses Bild ist das bekannteste und beliebteste von Florence Nightingale, die bald als „Lady with the Lamp“ („Die Dame mit der Lampe“) bekannt wurde. Genau diese Lampe, mit der sie die Kranken besuchte, um nach ihnen zu sehen, wurde wiederum zum weltweiten Symbol der Krankenpflege.

Sehr eloquent und in diesem Sinne repräsentativ ist das Gedicht des amerikanischen Dichters Henry Wadsworth Longfellow, der während seiner Teilnahme am Krimkrieg die Gelegenheit hatte, Florence Nightingale und die dort geleistete Arbeit kennenzulernen:

Da schleppten sie sich müd und wund

Zum Hospital der Trauer,

Der kalte Stein ihr Kissen und

Ihr Haus die Kirchhofmauer.

Nun sah ein Frauenangesicht

Ich in des Jammers Hause,

Das lieblich zog bei Lampenlicht

Von der zu jener Klause.

Da wandten sich im Wonnetraum

Die Schläfer ihr zu Füßen,

Um benedeiend nur den Saum

Des Schattens ihr zu küssen.

Henry Wadsworth Longfellow


Comments

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert