Ovarialkarzinom

Bösartiger Tumor des Ovars, ausgehend vom Oberflächenepithel; syn. Eierstockkrebs

Ursachen

  • In 80 % unbekannt;
  • In 20 % diskutiert werden familiäre Disposition, z. B. Mutationen BRCA1 und BRCA2,
    u. hormonelle Ursachen, Assoziation mit Mamma-CA

Symptome

  • Späte, meist unspezifische Symptomatik
  • Unterbauchbeschwerden, Völlegefühl, vermehrter Harndrang, Blähungen, Schmerzen beim Stuhlgang
  • Zunahme des Bauchumfangs durch Tumor selbst o. tumorbedingten Aszites
  • In höheren Stadien Allgemeinsymptome, z. B. Müdigkeit, Leistungsabfall, Gewichtsverlust
  • Bei Stieldrehung o. Ruptur des Tumors Bild eines akuten Abdomens

Diagnostik

  • Häufig Zufallsbefund im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung
  • Anamnese, gyn. Untersuchung
  • Vaginales u. abdominales Sono
  • Labor: CRP, BSG, BB, Tumormarker (CEA u. CA 125, CA 72–4)
  • Staging u. Metastasensuche: CT, MRT, Rektoskopie bzw. Koloskopie, Zystoskopie, i. v.-Urogramm

Therapie

  • Bei unklaren Ovarialtumoren Laparoskopie mit intraoperativer Schnellschnittuntersuchung → nach Diagnosesicherung Radikal-OP (= Entfernung von Uterus, beiden Ovarien, großem Netz, pelvinen u. paraaortalen LK, ggf. befallenen Blasen- u. Darmanteilen); ggf. Anus praeter-Anlage
  • Postop. meist (Poly-)Chemotherapie
  • Antikörpertherapie
  • Hormontherapie bei palliativer Zielsetzung

Hinweise zur Pflege

  • Nach Radikal-OP ggf. postop. Intensivbetreuung (1–3 Tage)
  • Sorgsame Beobachtung der Ausscheidungen
  • Lymphödemprophylaxe: Beine hochpositionieren, Bewegungsübungen, Überlastung und Verletzungen vermeiden, s. c.-Injektionen in Oberarm verabreichen, keine direkte Sonnen- und Wärmeanwendung, ggf. Kompressionsbehandlung
  • Grundsätze der onkolog. Pflege beachten, emotionale Unterstützung, Gesprächsbereitschaft zeigen; pflegerische Maßnahmen bei Chemo- und Strahlentherapie, Psychoonkologie
  • Kontaktvermittlung zu Sozialdiensten u. Selbsthilfegruppen

Besondere Informationen

  • Altersgipfel: 6.–7. Lebensjahrzehnt, kann aber in allen Altersstufen auftreten
  • Verlaufskontrollen bei ausgedehnten Tumoren z. B. über 5 Jahre alle 3 Mon.
  • Prognose wegen fehlender Früherkennung schlecht
  • Stadieneinteilung nach FIGO/TNM-Klassifikation

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