Bewegungsapparat

Unschwer erkennbar sind die großen Unterschiede in Körpergröße, -bau und -gestalt unserer Mitmenschen. Diese Merkmale sind im Wesentlichen genetisch festgelegt, gelangen aber erst im Laufe der ca. 20-jährigen Wachstumsperiode zur Ausprägung.

Das Skelett des Erwachsenen besteht aus über 200 Knochen, das eines Kindes sogar aus über 300 Knochen, da einige Knochen wie etwa das Hüftbein erst im Laufe des Wachstums miteinander verschmelzen.

Zusammen mit den Muskeln, Sehnen und Bändern gibt das Skelett dem Körper seine Stabilität und ermöglicht zugleich seine Beweglichkeit.

Das Skelett lässt sich in verschiedene Knochengruppen einteilen:

  • Den Schädel (Cranium)
  • Die Wirbelsäule (Columna vertebralis)
  • Den knöchernen Brustkorb (Thorax)
  • Den Schulter– und den Beckengürtel
  • Obere Extremitäten (Arme) und untere Extremitäten (Beine)

Der Schädel sitzt auf der Wirbelsäule. Er schützt das Gehirn und besteht aus zwei Knochengruppen: dem Hirn- und dem Gesichtsschädel.

Der Hals als Verbindungsabschnitt zwischen Kopf und Schultergürtel enthält als knöcherne Strukturen in seinem hinteren Teil die Halswirbelsäule mit sieben Halswirbeln und vorne oben das hufeisenförmige Zungenbein (Os hyoideum).

Die Wirbelsäule (Columna vertebralis) bildet die große Längsachse unseres Skeletts. Sie besteht aus 24 segmentförmigen Knochen, den Wirbeln (Vertebrae), sowie dem Kreuzbein und dem Steißbein. Die Wirbelsäule umschließt und schützt das Rückenmark, welches durch die Wirbellöcher nach unten zieht. Sie trägt den Kopf und dient der Anheftung der Rippen und der Rückenmuskulatur.

Die Wirbel sind gegeneinander beweglich und erlauben dadurch Bewegungen nach vorn, hinten, links, rechts und um die Längsachse. Diese Beweglichkeit wird von den Bandscheiben unterstützt, die außerdem zusammen mit vielen Bändern und Muskeln die Wirbelsäule stabilisieren.

Zwischen den Wirbeln liegen Öffnungen, die man Zwischenwirbellöcher (Foramina intervertebralia) nennt. Durch sie treten Nerven hindurch, die vom Rückenmark ausgehen oder zum Rückenmark führen, die Rückenmarks- oder Spinalnerven.

Die Wirbelsäule hat fünf Abschnitte:

  • Die Halswirbelsäule (HWS)
  • Die Brustwirbelsäule (BWS)
  • Die Lendenwirbelsäule (LWS)
  • Das Kreuzbein (Os sacrum)
  • Das Steißbein (Os coccygis)

Die Bandscheiben (Zwischenwirbelscheiben, Disci intervertebrales) liegen zwischen den Wirbelkörpern der Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule sowie zwischen LWK 5 und Kreuzbein. Sie sind durchschnittlich etwa
5 mm dick, ihre Dicke nimmt von oben nach unten zu. Die Bandscheiben sind verformbar, aber nicht komprimierbar,
sie ändern ihr Volumen also nicht. Sie erhöhen die Beweglichkeit der Wirbelsäule, indem sie sich entsprechend mit verformen, und fangen wie ein Stoßdämpfer Stauchungen der Wirbelsäule ab, z. B. beim Springen.
Der knöcherne Thorax oder Brustkorb wird vom Brustbein (Sternum), von den Rippen (Costae) und der
Brustwirbelsäule gebildet. Der Brustkorb umschließt die Brusthöhle mit Herz und Lungen sowie den oberen
Anteil der Bauchhöhle. Er hat die Form eines nach oben und unten offenen ovalen Bienenkorbes, das heißt,
sein Umfang vergrößert sich von oben nach unten. Dorsal in der Mitte liegt die Brustwirbelsäule, deren Wirbelkörper
in den Brustraum hineinragen.


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