Überfluss an Fettgewebe mit einem BMI > 30 kg/m2; syn. Fettleibigkeit
Ursachen
- Risikofaktoren:
– Psychogen, z. B. Stress, Frustration - Primäre Adipositas (95 % der Fälle)
– Genetische Veranlagung für erniedrigten
Grundumsatz (selten): Prader-Willi-Syndrom,
Laurence-Moon-Bardet-Biedl-Syndrom
– Lebensstil, Fehlverhalten: z. B. geringe
sportliche Aktivität, falsche Ernährung
– Psychogen, z. B. Stress, Frustration - Sekundäre Adipositas:
– Hormonelle Störungen (seltener): Hypothyreose,
Cushing-Syndrom, Insulinom,
Testosteronmangel
– zentral: Hypophysenstörungen - Essstörungen/Sucht
- Medikamente, z. B. Glukokortikoide
- Zumeist komplexes Krankheitsbild, das
auf vielfältige Interaktionen zwischen
genetischen Einflüssen sowie Lebensstil und
Umweltfaktoren beruht
Symptome
- Vermehrtes subkutanes Fettgewebe
- Verminderte körperl. Belastbarkeit
- Dehnungsstreifen (Striae distensae)
- Vermehrte Schweißbildung
- Bei Mädchen: frühe Entwicklung sekundärer
Geschlechtsmerkmale - Bei Jungen: Pseudohypogenitalismus (Pubertätsverzögerung)
- Sekundäre Schäden an Gelenken/Wirbelsäule
Diagnostik
- Bestimmung des Body Mass Index (BMI):
- Präadipositas: BMI 25–29,9 kg/m2; Adipositas:
BMI > 30 kg/m2 - Beurteilung des Fettverteilungstyps (stammbetont
versus hüftbetont) - Anamnese:
– Ernährungs- u. Bewegungsgewohnheiten
– Krankengeschichte
– Psych. Zustand - Labor:
– Nüchtern-BZ
– Cholesterin, Triglyzeride
– Harnsäure, Kreatinin
– TSH
– Dexamethason-Hemmtest - RR, EKG
Therapie
- Multidisziplinär:
– Ernährungsberatung
– Sportangebote
– Psychologische Betreuung
– Ärztl. Kontrollen
– Ggf. pharmakologische o. chirurg. Intervention
Hinweise zur Pflege
- Individualisierte Ernährungsumstellung
(stufenweise zu ballaststoffreicher, fettarmer
Kost hinführen, versteckten Zucker meiden,
ausreichende Flüssigkeitszufuhr) - Ernährungsberatung vermitteln, Essverhalten
reflektieren (Ernährungsprotokoll),
regelmäßige Gewichtskontrolle - Körperl. Aktivität (v. a. ausdauerorientierte
Bewegungsformen) anregen, inaktive Freizeitgestaltung
(Fernsehen, Computer) reduzieren - Kontakte zu Selbsthilfegruppen und speziellen
Sportgruppen zur Motivation fördern - Körperpflege: Körperfalten nach Waschen
sorgfältig abtrocknen (Vermeidung von
Mazerationen und Pilzinfektionen), Hautbeobachtung
durchführen, Haut auf Haut
vermeiden - Mobilisation: auf Sicherheit für Pat. u. Pflegende
achten (genaue Planung, Hilfsmittel
nutzen, evtl. höherer Personalaufwand) - Erholsamen Schlaf fördern (leichte Oberkörperhochlagerung)
- offen, vorurteils- und wertfrei mit dem
Patienten kommunizieren
| Besonderheiten beim Kind | Besonderheiten beim alten Menschen |
| > Alters- und geschlechtsabhängige Perzentilen für den BMI nutzen > Einbeziehung des familiären Umfelds zur langfristigen Umstellung des Bewegungs- und Ernährungsverhaltens (Optimierte Mischkost für Kinder und Jugendliche) | > Angehörige über Ernährungsumstellung informieren; Einbeziehung in die Ernährungsberatung des alten Menschen > Angehörige bitten gesundes Essen mitzubringen |
Besondere Informationen
- Deutschland: ca. 20–25 % d. Erw. mit BMI
30 kg/m2 - 6 % der Kinder in Deutschland mit BMI
30 kg/m2 - Gewichtsreduktion um 10 kg senkt Gesamtmortalität
um > 20 % - Komplikationen:
– Herz-Kreislauf-Erkrankungen
– Diabetes mellitus
– Arthrosen
– Schlaf-Apnoe-Syndrom
– Tumorerkrankungen
– Schwangerschaftskomplikationen, z. B.
Eklampsie u. Schwangerschaftsdiabetes

Entdecke unsere Checklisten zur Krankheitslehre – kompakt, übersichtlich und perfekt für Pflegekräfte und Auszubildende. Mit wichtigen Infos zu Ursachen, Symptomen, Behandlung und Pflege
Hol dir das Buch im Shop und erweitere dein Wissen für den Pflegealltag!
Checklisten Krankheitslehre
5. Auflage
Leave a Reply